Literaten

Franz Carl Hiemer

Franz Carl Hiemer wurde am 9. August 1768 in Rottenacker geboren. Er wurde 1778 in die Kunstakademie Stuttgart aufgenommen und stand seit 1789 als Maler unter anderem  Hölderlin nahe, von welchem er 1782 ein bekanntes Pastellbild anfertigte. Von 1799 bis 1801 engagierte er sich am Stuttgarter Hoftheater und arbeitete in den folgenden zwei Jahren als Kanzlist in Heilbronn und Ellwangen. 1804 kehrte Hiemer wieder nach Stuttgart zurück, wo er vier Jahre als Hofschauspieler tätig war. Zwischen 1806 und 1810 nahm er verschiedene Stellen als Finanzsekretär an. Von 1813 bis 1815 war er der erste Sekretär und Registrator im Oberhofmarschallamt und der Oberhofökonomiekommission. Hiemer starb am 15. November 1822. 

Bekannt ist er vor allem durch seine Libretti für die Opern „Amor und Psyche“ von Ludwig Abeilles und Carl Maria von Webers Oper „Abu Hassan“.

Werner Dürrson

Werner Dürrson wurde am 12. September 1932 in Schwenningen am Necker geboren. Nach einer erfolgreichen Musiklehrer-Ausbildung in Trossingen, holte er im Jahre 1957 das Abitur nach und studierte Germanistik, Romanistik und Musikwissenschaft. Sein Entschluss, sich der Literatur zu widmen wurde durch den frühen Kontakt zu Hermann Hesse bekräftigt, unter dessen Einfluss auch Dürrsons frühes Werk stand. 1963 arbeitete er zunächst als  Dozent an der Universität in Poitiers, von 1968 bis 1978 dann in Zürich. Fortan lebte er als freier Schriftsteller und Übersetzer, der Lyrik, Erzählungen und Essays verfasste und aus dem Französischen übersetzte. Er zog im Jahre 1983 nach Neufra bei Riedlingen, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 2008 einen bedeutenden Teil seines literarischen Werkes schrieb. Für sein Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, so unter anderem mit dem Schubart-Literaturpreis und dem Eichendorff-Literaturpreis.

Christoph von Schmid

Am 15. August 1768 wurde Christoph von Schmid als Johann Nepomuk Christoph Schmid in Dinkelsbühl geboren. Nach seiner Reifeprüfung am Gymnasium Dillingen arbeitete er zunächst als Hauslehrer, bevor er an der Universität Dillingen ab 1785 zunächst Philosophie und dann Theologie studierte. 1798 schrieb er sein bekanntestes Werk, das Kinderlied „Ihr Kinderlein kommet“, welches jedoch erst 1811 veröffentlicht wurde. Seine Priesterweihe empfing er im Jahre 1791, woraufhin er eine Stelle als Pfarrvikar im heutigen Mindelheimer Stadtteil Nassenbeuren antrat. 1795 nahm er eine Stelle als Kaplan in Seeg an und wurde ein Jahr später Benefiziat und Schuldirektor in Thannhausen, wo er ab 1806 ein Amt als Distriktsschulinspektor innehatte. 1816 trat er eine Pfarrstelle in Oberstadion an und wirkte dort bis 1827. Er wurde vom bayerischen König Ludwig I. im Jahre 1837 als Ritter des Verdienstordens der Bayerischen Krone in den persönlichen Adelsstand erhoben. 

Von Schmid starb am 3. September 1854 an der in Augsburg wütenden Cholera. 

Martin Heidegger

Martin Heidegger wurde am 26. September 1889 in Meßkirch geboren.
Er starb am 26. Mai 1976 in Freiburg und wurde am 28. Mai in Meßkirch beerdigt. Heidegger gehört zu den bedeutendsten und einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist zum Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen geworden und hat die Philosophie der Gegenwart maßgeblich bestimmt. Die Gesamtausgabe seines Lebenswerks ist auf 100 Bände angelegt. Sein Hauptwerk Sein und Zeit wurde in mehr als fünfundzwanzig Sprachen übersetzt und gehört zu den meist gelesenen und diskutierten Werken der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Die in Sein und Zeit erarbeitete Analytik des menschlichen Daseins ist noch nicht überholt und beispielsweise für die ontologische Grundlegung der Geisteswissenschaften von prinzipieller Bedeutung. Zu den Studenten und Schülern von Martin Heidegger zählen viele bedeutende Philosophen wie Karl Löwith, Hans-Georg Gadamer, Herbert Marcuse, Hannah Arendt, Emmanuel Lévinas oder Hans Jonas. Heideggers Einfluss ragt aber weit über die Philosophie hinaus. Sein Denken hat zahlreiche Natur- und Geisteswissenschaftler maßgeblich beeinflusst. Der Einfluss von Martin Heidegger in Kunst und Literatur kann kaum überschätzt werden. Sogar für die Psychologie, die Psychiatrie und auch die Pflegewissenschaften eröffnet die Daseinsanalytik eine ganz neue und weiterführende Perspektive. In seiner Spätphilosophie entwickelte Martin Heidegger seine Technikkritik. Diese Kritik hat die Ökologiedebatte entscheidend geprägt und wird intensiv diskutiert. Heideggers Sprachphilosophie ist von großer Bedeutung und schließt an die Analytische Philosophie von Ludwig Wittgenstein an. Die Deutung des menschlichen Wohnens aus der Sicht Heideggers wird vor allem in der Architektur immer wieder diskutiert. Problematisch bleibt sein Engegament für den Nationalsozialismus in 1933. Sein Wirken als Rektor der Universität Freiburg (1933-34) wird kontrovers diskutiert, ebenso die Frage nach seinem möglichen Antisemitismus. Seit der Veröffentlichung von seinen Notizbüchern, den sogenannten „Schwarzen Heften“ (2014) wird Heidegger als Person sehr kritisch beurteilt und es stellt sich die Frage, inwiefern sein Denken vom nationalsozialistischen Gedankengut beeinflusst ist. Die Debatte ist noch nicht abgeschlossen.

Abraham a Sancta Clara

Abraham a Sancta Clara wurde am 2. Juli 1644 als Johann Ulrich Megerle in Kreenheinstetten geboren. Er besuchte zunächst die Lateinschule in Messkirch, das Jesuitengymnasium in Ingolstadt und die Schule bei den Benediktinern in Salzburg, bevor er 1662 in Wien in den Orden der Reformierten Augustiner-Bafüßer eintrat. Dort nahm er dann auch seine Klosternamen Abraham a Sancta Clara an. Nach seinem Studium der Theologie und Philosophie wurde er im Jahre 1666 zum Priester geweiht. Von 1672 bis 1682 war er Sonntagsprediger in Wien. Am 28. April 1677  wurde er von Kaiser Leopold I. zum Subprior und kaiserlichen Hofprediger ernannt. Nach seiner dreijährigen Zeit als Prior im Augustinerkloster Maria-Brunn, ging er 1683 als Kanzelredner nach Graz, wo er 1686 zunächst Prior und später Provinzial am Kloster am Münsgraben wurde. Nach seinem Tod am 1. Dezember 1709 wurde er in der Ordensgruft der Wiener Augustinerkirche bestattet.

Sebastian Sailer

Sebastian Sailer, der als Johann Valentin Sailer am 12. Februar 1714 in Weißenhorn geboren wurde, trat als Schüler ins Prämonstratenserkloster Obermarchtal ein, wo er 1730 den Klosternamen Sebastian annahm und 1738 zum Priester geweiht wurde. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer für Kirchenrecht an der Klosterschule arbeitete er als Pfarrer in Seekirch am Federsee und in Reutlingendorf und von 1765 bis 1773 in Dieterskirch. Als gefragter Kanzelredner und Prediger war er auch außerhalb Schwabens bekannt. So wurde er bei einer Reise nach Wien im Jahre 1767 von Maria Theresia empfangen und als „Cicero Suevicus“ geehrt. Nach seinem Tod im Jahre 1777 wurde er in der Gruft des Klosters Obermarchtal beigesetzt.

Als Schriftsteller erlangte er besondere Bekanntheit durch seine im oberschwäbischen Dialekt verfassten Komödien. Zu seinen wohl bekanntesten Werken zählen „Die schwäbische Schöpfung“, „Der Fall Luzifer“ und „Die sieben Schwaben“.

Ernst Jünger

Ernst Jünger wurde am 29. März 1895 in Heidelberg geboren. Im Alter von 16 Jahren trat er mit seinem Bruder Friedrich Georg der Wandervogelbewegung bei, welche ihn zu ersten Gedichten inspirierte. Während des ersten Weltkrieges diente Jünger als Kriegsfreiwilliger. 1920 veröffentlichte er sein erfolgreiches Werk „In Stahlgewittern“, in welchem er seine Kriegserlebnisse schilderte. Nach seinem abgebrochenen Zoologie- und Philosophiestudium arbeitete er als freier Schriftsteller. Obwohl er sich an verschiedenen national-revolutionären Zirkeln beteiligte, ließ er sich von Goebbels nicht für die nationalsozialistische Politik einspannen. Nach einer Hausdurchsuchung durch die Gestapo, zog sich Jünger zunächst nach Goslar zurück, siedelte dann nach Überlingen über und im Jahre 1939 schließlich nach Kirchhorst. Sein dort verfasster Roman „Auf den Marmorklippen“ wurde als literarischer Angriff auf das nationalsozialistische Regime gedeutet. Nach Beginn des zweiten Weltkrieges war Jünger zunächst als Offizier in Paris und danach im Kaukasus, wurde jedoch im Jahre 1944 aus der Wehrmacht entlassen. Als er sich nach dem Krieg verweigerte den Fragebogen der Alliierten für die „Entnazifizierung“ auszufüllen, erhielt er in der britischen Zone bis 1949 ein Publikationsverbot. Im Jahre 1950 zog er dann nach Wilflingen. Er starb am 17. Februar 1998 in Riedlingen. Obwohl er die rassistische Ideologie der NSDAP ablehnte, wurde er aufgrund seines elitären und nationalistischen Frühwerks als intellektueller Wegbereiter des Nationalsozialismus gesehen, weshalb er zu einem der umstrittensten Autoren Deutschlands gehört. 

Ernst-Jünger-Haus